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Region Kaliningrad

Geographische Lage

Das Kaliningrader Gebiet liegt an der süd-östlichen Küste der Ostsee und ist die westlichste Region der Russischen Föderation, die vom restlichen Gebiet der Russischen Föderation durch Litauen und Belarus getrennt ist und an Polen und Litauen grenzt. Im Westen bildet die 140 km lange Ostseeküste mit zwei Nehrungen eine natürliche Grenze. Dort befinden sich der Kurschskij zaliv, das Kurische Haff (1,6 Tausend km²) und der Kaliningradskij zaliv, das Frische Haff – der russische Teil des Vislinskij zaliv (0,5 Tausend km²). Die Haffe sind durch zwei schmale Landstreifen, Kurische Nehrung und Baltische Nehrung, vom Meer getrennt. Die Fläche des Gebiets beträgt 15,1 Tausend km². Davon sind 13,3 Tausend km² Land. Kaliningrad ist durch einen Schifffahrtskanal, der am Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde, mit dem offenen Meer verbunden.  Die maximale Ausdehnung des Gebiets von Osten nach Westen beläuft sich auf 195 km, von Norden nach Süden 110 km.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl des Kaliningrader Gebiets belief sich auf 994 708 (Stand: 01.01.2018), was einer Bevölkerungsdichte von 65,77 Einwohner/km² entspricht. Von den insgesamt 767 433 Stadtbewohnern leben 467 289 in der Stadt Kaliningrad, ca 227 Tsd. wohnen auf dem Land. Nach Angaben der Kaliningrader Behörden leben in der Region 7.349 russische Bürger deutscher Herkunft.

Infrastruktur/ Verkehr

Der Kaliningrader Flughafen Chrabrowo verbindet die Region mit sämtlichen russischen bzw. GUS Städten und ist Ausgangspunkt für die Anbindung an Moskau. Zur Zeit ist ein Flug nach Warschau vorhanden.   

Kaliningrad verfügt über eine gute Infrastruktur v.a. im Bereich der Schifffahrt. Der Kaliningrader Handelshafen ist der drittgrößte Russlands und einzige eisfreieOstseehafen. Der Hafen ist das Tor zum europäischen Teil Russlands und nach Weißrussland.

Der Schienentransport hat eine enorme Bedeutung für den Transit nach Moskau.

Die Stadt Kaliningrad hat für russische Verhältnisse gutes Verkehrsnetz. 

Wirtschaft/ Unternehmenslandschaft

Das Kaliningrader Gebiet ist eine Exklave, umgeben von Staaten der Europäischen Union, Polen und Litauen. Seine geografische Lage sorgt für wirtschaftliches Interesse europäischer Unternehmen, aus den Nachbarstaaten, aus Skandinavien, Holland und Deutschland. Aber auch russische und belorussische Firmen nutzen Kaliningrad als Drehscheibe zwischen West und Ost. Entweder beziehen sie Rohstoffe aus dem Westen zur Verarbeitung oder sie exportieren. Der eisfreie Handelshafen bietet dafür logistische Möglichkeiten. Wegen seiner exklaven Lage beschloss die russische Regierung, eine Sonderwirtschaftszone in Kaliningrad einzurichten. Diese sieht Steuervorteile vor und bietet Anreiz für Unternehmen, die Residenten der Zone sind.

Natürliche Ressourcen

Die Landschaft des Kaliningrader Gebiets ist flach. Wälder, Flußauen und Sümpfe nehmen ein Viertel der Gesamtfläche ein. Es gibt eine Vielzahl von Flüssen und Meliorationskanälen, 4000 Seen und Teiche. Der größte See heißt Vischtyneckoe (mit einer Fläche von 17,6 km² und einer Tiefe von 54 m), die größten schiffbaren Flüsse heißen Neman und Pregolja. Das Naturschutzgebiet „Kurschskaja kosa“ (Kurische Nehrung) und das Schutzgebiet „Vislinskaja kosa“ zählen zu den einzigartigen Natur-Sehenswürdigkeiten des Gebiets.

Die Gesamtfläche der Wälder beträgt 308 Tausend ha.

Mineralressourcen, Rohstoffe und natürliche Ressourcen: Erdöl (prognostizierter Vorrat innerhalb der Landesgrenzen beträgt 30-40 Mio. Tonnen), Braunkohle (1,5 Mrd. Tonnen), Torf (309,6 Mio. Tonnen). Nichterze: Bernstein (300.000 Tonnen), Steinsalz (1,5 Mrd. Tonnen), Kali- und Magnesiumsalze (4,8 Mrd. Tonnen), Sapropel oder organisch-mineralischer Schlamm (15 Mio. Tonnen), Glaukonit (etwa 100 Mio. Tonnen).

Mehr als 90% des gesamten Bernsteinvorkommens der Welt befindet sich auf dem Territorium des Kaliningrader Gebiets.

Geschichte

Seit seiner Gründung vor fast 760 Jahren hatte Königsberg stets auch eine wirtschaftliche Funktion. Die Stadt war ein logistisches   Zentrum für den Handel von und nach Russland. Das machte sie als Hansestadt bis zum Zweiten Weltkrieg reich, berühmt und schön. Geniale Persönlichkeiten der Weltkultur waren in ihren Mauern tätig: Immanuel Kant, Richard Wagner, E.T.A. Hoffman, um nur wenige zu nennen. Der Krieg, den die deutschen Faschisten unter Hitler begannen und verloren, machte aus der Stadt ein Trümmerfeld. Nur in Rudimenten kann man heute erkennen, was einmal war.

Den Rest besorgten die Sowjets, die das nördliche Ostpreußen und damit Königsberg nach dem Krieg zugesprochen bekamen. Sie isolierten die Stadt und funktionierten das Gebiet in eine geschlossene Marinebasis und Armeebastion um. Die Stadt erhielt den Namen des Stalin-Gefolgsmanns Kalinin. Die deutsche Elite vertrieb man, alle Deutsche, Menschen aus der Tiefe Russlands, die dort nichts zu verlieren hatten, nahmen von der neuen Erde Besitz. Das Gebiet verfiel in einen mehr als 40jährigen „Winterschlaf“.

Erst der Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 90er Jahre gab ihr eine neue Chance zur Blüte, brachte ihr aber auch gewaltige Probleme. Dadurch dass sich die Baltischen Staaten selbständig erklärten und auch Belorus, fand sich das Kaliningrader Gebiet, ein Teil der Russischen Föderation, als Exklave wieder. Bis ins russische Mutterland sind es ca. 400 Kilometer. Auf dem Landweg nach Moskau benötigt der Kaliningrader heute mindestens ein Schengen-Transitvisum, ein Nicht-Russe mindestens ein Transitvisum durch Belorus. Das Gebiet ist in einer vergleichbaren Lage wie West-Berlin in der Zeit der Existenz der innerdeutschen Grenze.

Darum machte es Sinn, dem Gebiet einen gesonderten Wirtschaftsstatus zuzusprechen, damit es lebensfähig bleiben kann. Man erfand das Schlagwort „Hong Kong an der Ostsee“ und gab ihm den Status einer Sonderwirtschaftszone. Es fällt heute nicht schwer festzustellen, dass es zu Hong Kong nicht reichte. Warum nicht? Die Gründe sind vielfältig: das politische Halsband, das Moskau dem Gebiet anlegte, die Zweifel Moskaus, dass die Sonderwirtschaftszone nur zu Schmuggel anregte, aber auch Unerfahrenheit und Unzulänglichkeit der örtlich Regierenden und nicht zuletzt Korruption, wie überall in Russland..

Dennoch ist festzuhalten, dass im Vergleich der russischen Regionen quantitativ die drittgrößte Anzahl deutscher Investoren – nach Moskau und St.Petersburg – in Kaliningrad ansiedelten. Das gilt auch für alle ausländischen Investoren – auch hier die drittgrößte quantitative Ansiedlung im Kaliningrader Gebiet.

Städtepartnerschaften

Kaliningrad unterhält Städtepartnerschaftliche Beziehungen zu Hamburg, Kiel, Rostock, Berlin – Lichtenberg und Bremerhaven.